Wienerland Zeitung
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Erstellungsdatum: 08. Februar 2021, 17:15 Uhr


Autor: Fritz Peterka

Kulinarik in Tschechien 2021

 

 

Bilder: CzechTourism

 

Fasching-Sünden und andere kulinarische Köstlichkeiten

 

(Wien, 4. Februar 2021) - Die Faschingszeit, in der einst die meisten Hochzeiten und Schlachtfeste stattfanden, ist nicht nur eine gesellige Zeit, sondern auch eine Zeit, die die kulinarischen Höhepunkte einzelner Regionen hervorhebt.

 

Einst war es gerade die Faschingszeit, in der die meisten Hochzeiten und Schlachtfeste stattfanden. Warum aber gerade zu dieser Jahreszeit? Gerade in diesen Monaten ging einst das Futter für die Schweine und das Vieh zu Neige und so schlachtete man und behielt nur das Zuchtvieh. Gerade zu dieser Zeit sparte man beim Essen nicht.

 

Die Faschingszeit, auf die 40 Tage Fastenzeit folgen, beginnt nach dem Dreikönigstag am 6.1. und endet genau um Mitternacht, an der Schwelle zum Aschermittwoch. Am letzten Donnerstag vorm Ende der Faschingszeit, am sogenannten „Schmotzigen Donnerstag", dem letzten Back- und Schlachttag vor der Fastenzeit, wurde zum letzten Mal so richtig fett gegessen.

 

Und da gerade in dieser kalten Jahreszeit unsere Körper etwas zum Verwöhnen benötigen, verzeihen Sie uns bestimmt einmal ein etwas fetteres Gericht, das uns die traditionelle tschechische Küche anbietet. Es geht hierbei um eine Prager Spezialität. Mit einer Fülle aus Eiern und Prager Schinken füllte man früher Kalbsbrüste. Da diese aber sehr schwer erhältlich und zugänglich waren, wurden sie durch Schweinefleisch ersetzt und hier vor allem durch Schweinsbäuche. Die Beilage bestand aus den heute selten verwendeten Kohlröschen, Sie können diese aber gerne auch durch Kraut oder durch gedünsteten Kohlrabi ersetzen. Kartoffelpuffer werden hier zur köstlichen Beilage für diesen Braten. Probieren Sie Tschechien einmal auf diese Art und Weise!

 

Liebe geht durch den Magen oder wie man mit Golatschen Herzen erobert

 

 

 

(Wien, 4. Februar 2021) - Worin ist die tschechische oder mährische Küche wirklich einzigartig? Würde es hierzu eine Umfrage geben, sind wir überzeugt, dass die Nachspeisen ganz vorne im Ranking zu finden sein würden. So lassen sich mit den Hochzeitsgolatschen ganze Herzen erobern.

 

Kuchen, Golatschen und selbstverständlich Buchteln werden in Tschechien in zahlreichen Variationen gebacken und auch verzehrt, vor allem anlässlich von Familienfeiern und anderen festlichen Anlässen. Nicht-Eingeweihte wird es aber wohl verwundern, wenn so manch Lediger beinahe erschrocken manchen Kuchen oder angebotene Golatsche mit den Worten „Nein, nicht das Eckstück, lieber aus der Mitte!" ablehnt.

 

Woher kommt diese Angst vor einer unschuldigen Süßspeise? Schuld daran sind die etablierten und sehr alten Hochzeitsbräuche und der Aberglaube, die sich in manchen Gegenden bis heute halten. So sollte die Braut zum Beispiel nicht ihre eigenen Hochzeitsgolatschen backen und diese auch auf keinen Fall vor der Hochzeit kosten, denn sonst wird ihr Eheleben voller Not und weinerlicher Kinder sein. Sofern aber ein lediges Mädchen oder ein lediger Jüngling aus der Ecke eines Backblechs kostet oder gar eine spezielle kleine „Eckgolatsche" ist, die eben gerade für Hochzeiten gebacken werden, so wird sie oder er innerhalb des nächsten Jahres selbst vor den Traualtar treten. Daher die Angst vor den Eckstücken bei all jenen, die es mit dem Heiraten nicht gar so eilig haben. Hingegen geschieht ein Wunder, wenn die, die bald heiraten möchten, ein Eckstück gemeinsam essen – unter dem Tisch und natürlich vom selben Eck des Backblechs.

 

Und wie sieht so eine Golatsche aus? Eine „Eckgolatsche" sollte in jeder Ecke eine andere Füllung haben und jene für Hochzeiten werden zudem mit einem Myrtenzweig verziert. Hochzeitsgolatschen und eine Portion Hochzeitskuchen gehören auch in jede ordentliche Geschenkschachtel, die sich jeder Gast zum Abschied mitnehmen darf. Aber Achtung! Die „Eckgolatschen" erhalten nur die Ledigen mit nach Hause!

 

Aber gerade bei eckigen Kuchen wurde stets ein wenig gezaubert. Mit Zucker bestaubte, mit Topfen, Mohn oder Powidl gefüllte, wurden stets und werden bis heute zum Fasching und zu Schlachtfesten angeboten, wobei geschickte Mädchen versuchen, ihren Auserwählten ein solches Eckstück unterzujubeln. Damit man solche Kuchen in größerer Stückzahl backen könne, verwendet man hierfür spezielle Backformen, in denen alle Kuchenstücke Eckstücke waren. Ob solche Tricks und solcher Aberglaube wirklich funktionieren, können wir nicht garantieren. Es hindert einen aber nicht, sich solche Eckgolatschen oder Ecken von Kuchen selbst zu backen und sein Glück selbst zu versuchen!

 

Mehr kulinarische Tipps aus Tschechien finden Sie in deutscher Sprache unter www.czechspecials.cz

 

Allgemeine Informationen rund um das Reiseland Tschechien gibt es bei CzechTourism unter www.visitczechrepublic.com.  

 

Hier erfahren Sie mehr über die aktuellen COVID-Maßnahmen in Tschechien: www.visitczechrepublic.com/de-DE/Covid-19

 

Weitere aktualisierte Informationen finden Sie auf der Website des Innenministeriums der Tschechischen Republik: www.mvcr.cz/mvcren/article/coronavirus-information-of-moi.aspx, auf der Webseite der Regierung der Tschechischen Republik: www.vlada.cz/en sowie auf der Webseite der österreichischen Botschaft in Prag: www.bmeia.gv.at/oeb-prag

 

Weitere Informationen

Tschechische Zentrale für Tourismus - Österreich & Schweiz

Tel.: + 43/1/89 202 99

Mail: wien@czechtourism.com

Internet: www.czechtourism.com/at/press

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