Wienerland Zeitung
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Erstellungsdatum: 10. Juni 2022, 13:50 Uhr


Autor: Fritz Peterka

Neues vom Semmering-Basistunnel

 

 

 

ÖBB: Erster Durchschlag im Semmering-Basistunnel

 

GroßerMeilenstein erreicht: Erste Verbindung zwischen zwei Bauabschnitten ist hergestellt, Göstritz trifft Fröschnitzgraben im Berg.

 

Kaum ein Moment ist im Tunnelbau wichtiger als der Durchschlag, also wenn ein Tunnelabschnitt fertig gegraben ist und der letzte Meter im Berg zurückgelegt wurde. Beim Semmering-Basistunnel ist der erste Durchschlag jetzt gelungen, der zwei Bauabschnitte – jene zwischen Göstritz und Fröschnitzgraben - verbindet.

 

Eine ganz besondere Situation ergibt sich in Göstritz, weil die Mineure auf die im Abschnitt Fröschnitzgraben noch im Tunnel befindliche Tunnelbohrmaschine „Carl" getroffen sind. Diese wird derzeit Stück für Stück abgebaut, wobei der vordere Teil, der Bohrkopf, zuletzt zerlegt wird. Ein schmaler „Durchgang" im Schneidrad ermöglichte dennoch, dass Mineure der beiden Bauabschnitte sich erstmals im Tunnel treffen konnten, ein Erfolg harter jahrelanger Arbeit.

 

Projektleiter Gerhard Gobiet: „Ein herzlicher Glückwunsch an die ausführenden Firmen und ganz besonders an die Mineure. Rund sieben Jahre nach Beginn der Arbeiten im Abschnitt Gloggnitz ist ein erster großer Meilenstein auf dem Weg zur Fertigstellung des Semmering-Basistunnels gelungen. Für uns alle am Bau Beteiligten ist das ein ganz besonderer Moment. Die erste Verbindung von zwei Abschnitten ist erfolgt und mehr als 24 Kilometer des Tunnels sind geschafft. Es ist ein Tag der Freude, viel harte Arbeit liegt aber noch vor uns."

 

Die Bauarbeiten im Abschnitt Göstritz gehen sehr gut voran, in der fertiggestellten Röhre wurden 1.578 Meter vorgetrieben. In der zweiten Röhre Richtung Fröschnitzgraben sind nur noch weniger als 400 Meter bis zum zweiten Durchschlag zurückzulegen. Richtung Gloggnitz sind noch rund 300 Meter zu graben. Im Bereich Gloggnitz sind nach den umfangreichen Sondermaßnahmen kürzlich wieder Vortriebsarbeiten aufgenommen worden, aufgrund der äußerst schwierigen Geologie in diesem Abschnitt sind noch rund 900 Meter zurückzulegen.

 

Fast 90 % des Tunnels sind gegraben

Mehr als 24 Kilometer der insgesamt 27,3 Kilometer des zweiröhrigen Tunnels sind bereits gegraben. Der Tunnel wird von fünf Stellen und insgesamt 14 Vortrieben aus gleichzeitig gebaut, fünf der 14 Vortriebe (vier im Fröschnitzgraben, einer aktuell in Göstritz) sind bereits abgeschlossen. 2020 begann auch der „Innenausbau" der Tunnelröhren. Dabei wird der Tunnel mit einer Betoninnenschale ausgekleidet, rund 7 km sind bislang gebaut. Nach Fertigstellung der Innenschale erfolgt als letzter Schritt noch die bahntechnische Tunnelausrüstung (Gleise, Leitungen, technische Anlagen), bevor letztendlich die Züge durch den Tunnel fahren können.

 

 

Alle Fotos: ÖBB, Ebner