Wienerland Zeitung
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Erstellungsdatum: 30. August 2018, 12:13 Uhr


Autor: Fritz Peterka

Spatenstich für Streckenausbau Wien - Bratislava

 

 

 

 

Spatenstich am Bahnhof Raasdorf:

Streckenausbau Wien - Bratislava startetim niederösterreichischen Bauabschnitt

 

kürzere Fahrzeit zwischen Wien und Bratislava

sämtliche Bahnhöfeund Haltestellen werden barrierefrei

keine Wartezeiten mehr am geschlossenen Schranken

 

(Raasdorf, 30. August 2018) - Bis 2023 wird die gesamte Marchegger Ostbahnunter laufendem Betrieb elektrifiziert und abschnittsweise zweigleisig ausgebaut. Der Streckenausbau Wien- Bratislava erreicht jetzt Niederösterreich. Mit dem Spatenstich für den Umbaudes Bahnhofs Raasdorf und der Haltestelle Glinzendorf setzten am Donnerstagvormittag die ÖBB-Infrastruktur, das Land Niederösterreich und die beiden Gemeinden den symbolischen Auftakt dafür.

 

 

 

 

"Damit rückendie beiden EU-Hauptstädte Wien und Bratislava noch näher zusammen, da sich die Fahrzeit zwischen den beiden Hauptbahnhöfen von derzeit 66 auf 40 Minuten verkürzen wird", streicht Franz Bauer, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG, den für die Fahrgäste augenscheinlichstenVorteil hervor.

 

Doch nicht nur die Verbindung der beiden Ballungsräume zählt. "Durch die Modernisierung der Bahnhöfe und Haltestellen entlangder Strecke profitieren auch die Menschen, die hier täglich zum Pendeln ein- und aussteigen", betont Landeshauptfrau Johanna Miki-Leitner beim Spatenstich.

 

Dass die Fahrgäste in Zukunft sicher und barrierefrei zu den neu errichteten Bahnsteigen gelangen werden, freut auch die Bürgermeister der ersten beiden Gemeinden, die vom Ausbau profitieren. "Damit der Umstieg vom Auto auf die Bahn leichter fällt, wird am Bahnhof Raasdorf eine Park&Ride-Anlage mit Platz für 69 PKW, 12 Motorräder und 23 Fahrräder entstehen", erklärt Walter Krutis, Bürgermeister von Raasdorf. ln Glinzendorf werden künftig 21 PKW und 20 Fahrräder parkenkönnen.

 

Einen weiterenVorteil streicht der Glinzendorfer Bürgermeister Andreas lser hervor:"Weilsämtliche Bahnübergänge entlang der Strecke durchUnter- oder Überführungen ersetzt werden, oder Ersatzwege errichtet werden, fällt die Wartezeit am Schranken weg. Außerdem erhöht das die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer." Im Gemeindegebiet von Raasdorf werden alle drei Eisenbahnkreuzungen durch Überführungen ersetzt, die Landesstraße L3010 in Glinzendorf wird künftig unter der Bahn durchführen.

 

Modernisierung der Strecke Stadlau - Marchegg - Staatsgrenze

 

Die bestehende eingleisige, nicht elektrifizierte Strecke, mit 37,5 km Länge ist aktuellvoll ausgelastet. Um die Kapazitäten zu erhöhen und den Fahrgästen bessere Verbindungen bieten zu können, wird sie unter Aufrechterhaltung desregulären Zugbetriebs ausgebaut. DieGesamtinvestition in den Ausbau der Strecke beträgt insgesamt rd. 539 Mio. Euro und wird von der EU gefördert. Bereits seit September 2016 wird am WienerAbschnitt gearbeitet, die Eröffnung der Strecke zwischenErzherzog-Kari-Straße und Wien Aspern Nord steht knapp vorFahrplanwechsel im Herbst 2018 am Plan. Jetzt wird der niederösterreichische Abschnitt (ca. 30 km) gestartet und abschnittsweise zweigleisig und elektrifiziert ausgebaut.

 

Schneller, sicherer und weniger Lärm

 

Damit kann die Streckengeschwindigkeit künftigvon aktuell 120 km/h auf eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h angehoben werden und es ist eine Fahrzeitverkürzung von ca. 25 Minuten zwischenWien und Bratislavamöglich. Um die Verkehrssicherheit für alle Beteiligten wesentlich zu erhöhen, werden die 21 bestehenden Eisenbahnkreuzungen entlang der Strecke durch Über- oder Unterführungen ersetzt. Zum Schutzder Siedlungsgebieteerrichten die ÖBB moderneLärmschutzwände. Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer können etliche Bahnbegleitwege künftig als Spazier-oder Radweg zusätzlich nutzen.Des Weiteren werdender Unter- und Oberbau nach dem neuesten Stand der Technik ausgeführt.

 

Kundenfreundliche, moderne Bahnhöfe

 

Neue Personendurchgänge,barrierefreie Zugänge, komfortables Ein- und Aussteigen durch höhengleiche Bahnsteigkanten, vor der Witterung schützende Bahnsteigdächer, transparente Wartekojen sowie kundenfreundliche Wegeleit- und Informationssysteme bieten die Bahnhöfe künftig ihren Fahrgästen. Dazu gehören: Hst. Wien Hirschstetten, Bf. Raasdorf,Hst. Glinzendorf, Bf. Siebenbrunn-Leopoldsdorf, Hst. Untersiebenbrunn, Bf. Schönfeld-Lassee, Hst. Breitensee. Beim BahnhofMarchegg wurden die Umbauarbeiten bereits im Vorfeld durchgeführt und im Dezember 2015 abgeschlossen.